Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten

Der Pastoralprozess in unserer Seelsorgeeinheit nähert sich dem Ende. Sowohl das Prozessteam als auch die Kirchengemeinderäte aus allen drei Kirchengemeinden haben in ihren letzten Sitzungen vor den Sommerferien einstimmig für die Bildung einer Gesamtkirchengemeinde gestimmt.

Für den Weg einer vertieften Zusammenarbeit in einer Seelsorgeeinheit empfiehlt auch die Diözesanleitung das Modell der Gesamtkirchengemeinde. Es ist ein Modell, das auf die Partizipation ehrenamtlich Engagierter setzt. Durch gewählte Kirchengemeinderäte sind die einzelnen Gemeinden vertreten und gestalten gemeinsam Pastoral für die Kirche am Ort, sowohl in der eigenen Gemeinde als auch im Gesamtsozialraum der Seelsorgeeinheit. Der Blick weitet von der eigenen Kirchengemeinde hin zu anderen Orten, Gemeinden und pastoralen Gelegenheiten, die bis jetzt noch wenig wahrgenommen wurden. Trotzdem bleiben die einzelnen Kirchengemeinden in ihrer staats- und kirchenrechtlichen Verfasstheit selbstständig und stehen für eine dezentrale Ausrichtung der Pastoral.

Wenn Seelsorgeeinheiten also über eine engere strukturelle,rechtliche und finanzielle Zusammenarbeit nachdenken, geht es nicht darum, die pastorale Arbeit um die weniger werdenden Priester oder pastoralen Mitarbeiter/innen herum zu zentralisieren. Zentralisierung, Effizienzsteigerung und Professionalisierung sind nur im Hinblick auf Verwaltungsvorgänge wünschenswert. Sie sind dann sinnvoll, wenn sie zugleich Kräfte für den eigentlichen Auftrag der Kirche, nämlich den einer lebensdienlichen Pastoral nah bei den Menschen, freigeben.

Die Bildung einer Gesamtkirchengemeinde kann genau dies ermöglichen:

  • Im Gegensatz zur Seelsorgeeinheit ist die Gesamtkirchengemeinde eine eigene Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie tritt als solche neben die rechtlich eigenständigen Kirchengemeinden.
  • Eine Ortssatzung regelt die Aufgaben und Zuständigkeiten der Gesamtkirchengemeinde.
  • Der Gesamtkirchengemeinderat übernimmt als Gremium die Aufgaben des Gemeinsamen Ausschusses der Seelsorgeeinheit.
  • Die einzelnen Kirchengemeinden bleiben weiter bestehen.
  • Die Kirchengemeinderäte geben aber Befugnisse an den Gesamtkirchengemeinderat ab.
  • Dadurch können die Kirchengemeinderäte von Verwaltungsfragen entlastet werden und sich mehr der pastoralen Arbeit zuwenden.

Bis zum Ende des Jahres wird der Pastorale Abschlussbericht zum Prozessverlauf verfasst und an den Dekan bzw. das Bischöfliche Ordinariat weitergeleitet. Schritte zur Bildung einer Gesamtkirchen-gemeinde können dann eingeleitet werden.

Die Pastoralvisitation beendet offiziell den Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“